Ein Sicherheitsnetz am Hochbett ist nur eine zusätzliche Absicherung und ersetzt nicht die konstruktiv vorgesehene Absturzsicherung. Es sollte zum konkreten Bett passen, nach Herstellervorgaben befestigt werden und Brüstung, Leiter sowie Einstieg nicht beeinträchtigen. Neue Fang-, Klemm- oder Strangulationsstellen sind zu vermeiden. Eine allgemeine Pflicht oder Maschenweite für ein Zusatznetz lässt sich aus der öffentlich zugänglichen DIN-EN-747-Beschreibung nicht ableiten.[1][4]
Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Für ein konkretes Produkt sind die jeweiligen Montage-, Nutzungs- und Herstellerangaben maßgeblich; die verwendeten Fachhinweise und Referenzen sind im Abschnitt „Quellen“ aufgeführt.
Warum ein Sicherheitsnetz nur Zusatzschutz ist
Bei einem solchen Bett beginnt die Sicherheit nicht mit dem Netz, sondern mit der konstruktiv vorgesehenen Absturzsicherung des Bettes. Die DIN EN 747-1:2024-07 behandelt für Hoch- und Etagenbetten unter anderem Absturzsicherungen, Zugangsmöglichkeiten, zugängliche Zwischenräume und Öffnungen sowie die Standsicherheit; die Prüfverfahren sind in DIN EN 747-2:2024-07 geregelt. Ein nachträglich angebrachtes Sicherheitsnetz kann diese Konstruktion deshalb nur ergänzen und sollte eine zu niedrige, entfernte oder anderweitig unzureichende Brüstung nicht ersetzen. Zuerst wird also die vorhandene Absturzsicherung betrachtet; erst danach kommt ein zusätzliches Netz als Ergänzung infrage. Dabei muss der vorgesehene Ein- und Ausstieg weiterhin nutzbar bleiben. Wer die konstruktive Seite genauer einordnen möchte, findet dazu den Beitrag Welche Absturzsicherung braucht ein Hochbett?. Zusätzlich warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder davor, Kordeln, Gurte oder Seile zum Klettern oder Schaukeln am Bett anzubringen, weil Kinder sich darin verwickeln und strangulieren können. Auch ein Netz darf deshalb keine vergleichbaren frei erreichbaren Gefahrenstellen schaffen.[1][2][4]
Vier Prüfpunkte für ein passendes Netz
Ein Sicherheitsnetz für ein Hochbett sollte immer in Bezug auf die konkrete Bettkonstruktion beurteilt werden. Die herangezogenen Angaben nennen keine allgemeine Maschenweite, die für jedes Zusatznetz gelten würde, und machen deutlich, dass nicht jedes beliebige Netz unabhängig von Abmessungen, Befestigung und Bettkonstruktion gleichermaßen geeignet ist. Vor einer Montage sollte deshalb geprüft werden, ob der Hersteller des konkreten Bettes ein solches Zubehör vorsieht und welche Vorgaben für die Befestigung gelten. Ebenso wichtig ist, dass die vorhandene Absturzsicherung vollständig erhalten bleibt und der vorgesehene Ein- und Ausstieg einschließlich Leiter weiter sicher nutzbar ist. Netz und Befestigung sollen außerdem keine zusätzlichen Fang-, Klemm- oder Strangulationsstellen erzeugen. Aus diesen ausdrücklich genannten Anforderungen lassen sich für die praktische Auswahl vier klar abgegrenzte Prüfpunkte bilden: Passung zum Bett, herstellerkonforme Befestigung, unveränderte Funktion von Brüstung und Zugang sowie die Vermeidung neuer Gefahrenstellen. Dass keine allgemeine Maschenweite genannt wird, unterstreicht zusätzlich, dass die Eignung nicht über ein einzelnes Maß, sondern nur in Verbindung mit der konkreten Konstruktion und den Herstellerangaben beurteilt werden kann.[1][4]
- Passung zum Bett: Das Netz sollte zur Konstruktion und Größe des konkreten Bettes passen; außerdem sollte geprüft werden, ob der Hersteller diese Art von Zubehör vorsieht.[1]
- Befestigung: Die Montage sollte entsprechend den Herstellerangaben erfolgen, damit das Netz nicht als improvisierte Ergänzung an ungeeigneten Punkten befestigt wird.[1]
- Brüstung und Zugang: Die vorhandene Absturzsicherung darf weder ersetzt noch in ihrer Funktion beeinträchtigt werden; Einstieg und Leiter müssen weiterhin sicher nutzbar bleiben.[1]
- Keine neuen Gefahrenstellen: Durch Netz, Befestigungen oder Schlaufen sollten keine zusätzlichen Fang-, Klemm- oder Strangulationsstellen entstehen; frei erreichbare Kordeln, Gurte, Seile und lange Schlaufen sind zu vermeiden.[4]
Diese vier Prüfpunkte helfen dabei, das Netz als Ergänzung zu betrachten, nicht als Reparatur einer ungeeigneten Bettkonstruktion. Für die Altersfrage des erhöhten Schlafplatzes gelten zusätzlich die Hinweise zur Eignung des Bettes; dazu bietet Ab wann ist ein Hochbett für Kinder geeignet? eine eigene Orientierung. Nach Angaben des DIN-Verbraucherrats ist der erhöhte Schlafplatz für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet.[5]
Brüstung und Matratzenhöhe zusammen betrachten
Bei einem Hochbett beeinflusst die Matratzenhöhe direkt, wie viel wirksame Brüstung oberhalb der Matratze verbleibt. Die BIÖG-Checkliste, Stand Juli 2025, nennt mindestens 26 cm von der Oberseite des Bettbodens bis zur Oberkante der Brüstung und mindestens 16 cm von der Matratzenoberseite bis zur Oberkante der Brüstung. Diese Werte werden hier ausdrücklich dem BIÖG zugeschrieben und nicht als wörtlich aus dem vollständigen DIN-Normtext übernommene Einzelmaße dargestellt. Eine zusätzliche textile oder netzartige Absicherung ändert nichts daran, dass die vorgesehene Brüstung in ihrer Funktion erhalten bleiben muss. Deshalb sollte auch die für das konkrete Bett vorgesehene beziehungsweise maximal zulässige Matratzenhöhe eingehalten werden, weil eine höhere Matratze die tatsächlich verbleibende Höhe der Absturzsicherung verkleinert. Zum Zusammenspiel von Bettboden, Matratze und Brüstung gehört außerdem der passende Bettboden: Ein Lattenrost ist nicht allein deshalb geeignet, weil seine Außenmaße stimmen; der Hersteller sollte ihn für das konkrete Modell vorsehen oder freigeben. Mehr dazu steht unter Welcher Lattenrost eignet sich fürs Hochbett?.[1][3]
Was DIN EN 747 zum Zusatznetz sagt – und was nicht
Für ein Hochbett im Anwendungsbereich der DIN EN 747 stehen die sicherheitsrelevante Bettkonstruktion und ihre Prüfungen im Mittelpunkt. DIN EN 747-1:2024-07 enthält Anforderungen unter anderem an Absturzsicherungen, Zugänge, Öffnungen, Zwischenräume, Scher- und Quetschstellen sowie Standsicherheit; DIN EN 747-2:2024-07 enthält die zugehörigen Prüfverfahren. Aus der öffentlich zugänglichen DIN-Media-Beschreibung lässt sich jedoch weder eine allgemeine Pflicht ableiten, jedes erhöhte Bett mit einem zusätzlichen Sicherheitsnetz auszurüsten, noch eine allgemeine Maschenweite für ein nachträglich angebrachtes Zusatznetz. Deshalb sollte ein Sicherheitsnetz nicht pauschal als „DIN-konforme“ Ersatz-Absturzsicherung bezeichnet werden. Entscheidend bleiben die konstruktive Sicherheit des Bettes, die Herstellerangaben und die Vermeidung neuer Fang- oder Strangulationsgefahren. Auch eine bestimmte Maschenweite kann aus der genannten öffentlichen DIN-Media-Beschreibung nicht als allgemein verbindliches Maß für solche Zusatznetze übernommen werden. Ebenso bleibt der vorgesehene Zugang Teil der sicherheitsrelevanten Konstruktion: Ein zusätzliches Netz sollte deshalb weder die Einstiegsöffnung noch die Leiter in ihrer vorgesehenen Nutzung beeinträchtigen. Diese Einordnung hält die Rollen klar getrennt: Die Normenreihe beschreibt die Anforderungen und Prüfverfahren für das Bett, während ein nachträglich angebrachtes Netz nur ergänzend betrachtet werden kann.[1][2][4]
Besondere Bettvarianten im Alltag
Bei einem Hochbett kann die Nutzung des Bereichs unter oder neben der Liegefläche sehr unterschiedlich ausfallen. Schreibtisch, Rutsche, Stauraum oder die Frage nach der Belastung durch Erwachsene verändern jedoch nicht den Grundsatz für ein zusätzliches Sicherheitsnetz: Die konstruktiv vorgesehene Brüstung bleibt die eigentliche Absturzsicherung, Zugang und Leiter müssen weiter sicher nutzbar sein, und die Netzmontage darf keine neuen Fang-, Klemm- oder Strangulationsstellen schaffen. Die DIN EN 747-1 behandelt für Hoch- und Etagenbetten gerade diese sicherheitsrelevanten Bereiche wie Absturzsicherung, Zugänge, Öffnungen und Standsicherheit. Für ein Zusatznetz kommt deshalb keine pauschale Aussage infrage, die unabhängig von der konkreten Konstruktion gilt. Stattdessen bleibt die Herstellerangabe für das jeweilige Bett wichtig. Bei den folgenden Varianten dient das Netz daher immer nur als ergänzender Gesichtspunkt; Schreibtisch, Rutsche, Stauraum oder eine mögliche Nutzung durch Erwachsene müssen zusätzlich in der vorgesehenen Bettkonfiguration betrachtet werden. Unabhängig von der Variante bleibt der erhöhte Schlafplatz für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet.[1][5][2][4]
hochbett mit schreibtisch
Beim Thema hochbett mit schreibtisch bleibt für die Netzfrage entscheidend, dass der vorgesehene Aufstieg und die Absturzsicherung des Bettes unverändert sicher nutzbar bleiben.[1] Als sanftes Beispiel für diese Bauidee kann das Hochbett mit Schreibtisch „Felix“ 90×200 Kiefer massiv angesehen werden; die Eignung eines zusätzlichen Netzes ist dennoch anhand der Herstellerangaben des konkreten Bettes zu prüfen.
hochbett mit rutsche
Beim Thema hochbett mit rutsche ersetzt ein Netz weder Brüstung noch sicheren Zugang; die vorhandenen Zugangswege sollen funktionsfähig bleiben und Befestigungen dürfen keine zusätzlichen Fang- oder Strangulationsstellen schaffen.[1][4] Ein konkretes Beispiel aus der vorgegebenen Auswahl ist das Hochbett mit Rutsche „Tino“ 90×200 Buche massiv Natur. Wer zusätzliche Spiel- oder Kletterelemente plant, kann ergänzend Wie plant man ein Hochbett mit Kletterwand? lesen.
hochbett erwachsene
Beim Suchthema hochbett erwachsene ist vor allem die Belastbarkeit des konkreten Modells relevant. Aus den öffentlich zugänglichen Angaben zu DIN EN 747-1 und DIN EN 747-2 lässt sich keine pauschale maximale Belastbarkeit in Kilogramm ableiten, die für jedes Modell gilt; entscheidend ist deshalb die Herstellerangabe für das jeweilige Bett.[1][2]
hochbett mit schrank
Beim Thema hochbett mit schrank bleibt für das Sicherheitsnetz dieselbe Grenze wichtig: Zugang, Leiter und konstruktive Absturzsicherung dürfen nicht beeinträchtigt werden.[1] Weiterführende Hinweise zur Raumplanung bietet Welches Hochbett eignet sich für ein kleines Kinderzimmer?.
FAQ
1. Was ist der Unterschied zwischen Etagenbett und Hochbett?
Beim Etagenbett liegen mindestens zwei Schlafplätze übereinander; beim Hochbett wird der Bereich unter der erhöhten Liegefläche normalerweise für andere Zwecke genutzt.[1] Mehr dazu: Was ist der Unterschied zwischen Etagenbett und Hochbett?
2. Welcher Lattenrost eignet sich fürs Hochbett?
Fazit
Beim Hochbett ist ein Sicherheitsnetz eine mögliche Ergänzung, aber kein Ersatz für die konstruktiv vorgesehene Absturzsicherung.[1] Für ein Kinderbett im Alltag zählt deshalb zuerst, dass Bett, Matratze, Brüstung, Zugang und zusätzliches Zubehör als vorgesehene Kombination sicher genutzt werden können.[3] Als nächsten Schritt kannst du die Herstellerangaben deines konkreten Modells mit den vier Prüfpunkten dieses Artikels abgleichen. Wer sich weiter orientieren möchte, kann passende Lösungen und die Grundlagen zur sicheren Auswahl unter Hochbett sicher wählen: Tipps für Eltern ansehen.
Quellen
- DIN Media: DIN EN 747-1:2024-07 – Möbel – Etagenbetten und Hochbetten – Teil 1: Anforderungen an die Sicherheit, Festigkeit und Dauerhaltbarkeit. (Link)
- DIN Media: DIN EN 747-2:2024-07 – Möbel – Etagenbetten und Hochbetten – Teil 2: Prüfverfahren. (Link)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Checkliste Hochbett, Stand Juli 2025. (Link)
- Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. (BAG): Etagenbett / Hochbett – Tipps zu Kauf und Nutzung, letzte Änderung 20.06.2024. (Link)
- DIN-Verbraucherrat: Etagenbetten und Hochbetten: Neuveröffentlichung zweier Normen, 24.06.2024. (Link)














