Für Babys sind 60 × 120 cm und 70 × 140 cm verbreitete Gitterbettmaße.[1] Eine 140 cm lange Liegefläche kann laut BIÖG bei weiterhin sicherem und stabilem Bett ungefähr bis zum Ende des vierten Lebensjahres reichen. Für Matratzen mit 70 × 140 cm nennt Stiftung Warentest je nach Körpergröße etwa fünf bis sieben Jahre.[2] Für größere Maße wie 90 × 200 cm gibt es kein festes Wechselalter: Körpergröße, Platz und sichere Nutzung entscheiden.[3]
Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung. Er ersetzt nicht die Prüfung der Herstellerangaben und der Eignung des konkreten Bettes für die vorgesehene Nutzung. Die fachlichen Aussagen sind den aufgeführten Originalquellen zugeordnet.
Warum das Alter allein nicht ausreicht
Ein Kinderbett muss vor allem zur Körpergröße, zur motorischen Entwicklung und zur vorgesehenen Nutzung passen. Kinder wachsen unterschiedlich schnell. Deshalb sind Altersangaben für Bettgrößen nur Orientierungspunkte, nicht automatisch Termine für einen Wechsel. Das gilt besonders für die häufig genannten Maße 70 × 140 cm, 80 × 160 cm und 90 × 200 cm. Die entscheidende Frage lautet nicht nur „Wie alt ist mein Kind?“, sondern auch „Hat es auf seiner bisherigen Matratze noch ausreichend Platz und kann es das Bett sicher benutzen?“[1][3]
Die Bettform gehört ebenfalls zur Entscheidung. Ein offenes, niedriges Bett verlangt andere motorische Fähigkeiten als ein geschlossenes Gitterbett. Für den erhöhten Schlafplatz eines Hoch- oder Etagenbetts gibt es dagegen eine klare Grenze: Er ist für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet. Auch danach sind der individuelle Entwicklungsstand und die Herstellerangaben zu beachten.[4] Wenn du die Bettformen genauer einordnen möchtest, hilft die ergänzende Übersicht welches Bett ab welchem Alter infrage kommt. Entscheidend bleibt die Eignung des konkreten Bettes, nicht allein seine Bezeichnung.[1]
60 × 120 oder 70 × 140 cm für Babys?
Für ein Kinderbett mit Gitter sind 60 × 120 cm und 70 × 140 cm verbreitete Größen. Beide Maße werden vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) genannt. Die kleinere Variante benötigt weniger Stellfläche; 70 × 140 cm bietet eine längere und breitere Liegefläche. Daraus folgt aber keine pauschale Empfehlung für alle Familien. Auch das vorhandene Zimmer, die passende Matratze und die vorgesehene Bettkonstruktion spielen eine Rolle.[1][2]
Ein geeignetes Gitterbett kann bereits ab Geburt verwendet werden. Für Säuglinge im ersten Lebensjahr empfiehlt das BIÖG insbesondere einen eigenen Schlafplatz im Elternschlafzimmer, Rückenlage, eine feste und eben liegende Matratze sowie einen passenden Schlafsack statt loser Bettdecken. Die Wahl einer größeren Liegefläche ersetzt diese Empfehlungen nicht.[5] Wichtig ist außerdem, dass Matratze und Rahmen zusammenpassen: Ist eine Matratze zu klein, können problematische Zwischenräume entstehen.[2] Wer gerade den Übergang aus einem kleineren Schlafplatz plant, kann zusätzlich nachlesen, wie lange ein Beistellbett genutzt werden kann. Ein starres Wechselalter allein aus den beiden Gitterbettmaßen lässt sich nicht ableiten.[1]
Wie lange passt 70 × 140 cm?
Bei einem Kinderbett mit 70 × 140 cm begegnen Eltern häufig zwei unterschiedlichen Altersangaben. Das BIÖG beschreibt, dass eine 140 cm lange Liegefläche ungefähr bis zum Ende des vierten Lebensjahres ausreichen kann, sofern das Bett weiterhin ausreichend stabil und sicher ist.[1] Stiftung Warentest spricht dagegen über die Größe von Kindermatratzen: Matratzen mit 70 × 140 cm können je nach Körpergröße ungefähr bis zum Alter von fünf bis sieben Jahren passen.[2] Diese Aussagen beziehen sich auf unterschiedliche Aspekte und dürfen nicht zu einem verpflichtenden Wechselalter zusammengezogen werden.
Praktisch hilft eine andere Beobachtung: Stiftung Warentest nennt als Faustregel für einen Größenwechsel, dass Kopf und Füße jeweils weniger als 10 cm vom Matratzenrand entfernt sind. Dann wird eine größere Matratze benötigt. Diese 10 cm sind eine praktische Orientierung und keine DIN-Altersvorgabe.[3] Deshalb lohnt es sich, die tatsächlich verfügbare Liegelänge anzusehen, statt ausschließlich auf den nächsten Geburtstag zu warten. Auch ein noch ausreichend langes Bett muss weiterhin zur Konstruktion und vorgesehenen Nutzung passen.[1] Vertiefende Hinweise bietet die Seite wie lange ein Bett mit 70 × 140 cm genutzt werden kann.
80 × 160 und 90 × 200 cm einordnen
Ein Kinderbett mit 80 × 160 cm kann eine Zwischengröße sein, während 90 × 200 cm bereits eine deutlich längere Liegefläche bietet. Auch 80 × 180 cm kommt als Größe vor. Für diese Maße nennen die ausgewerteten Fachinformationen aber keine allgemeingültigen Altersgrenzen. Eine feste Zuordnung wie „80 × 160 cm ab drei Jahren“ oder „90 × 200 cm erst ab Schulbeginn“ wäre deshalb zu pauschal. Entscheidend sind die Körpergröße des Kindes, der verbleibende Platz und die Eignung der konkreten Bettkonstruktion.[1][3]
Stiftung Warentest verweist für Kinder ab dem Grundschulalter auf den allgemeinen Matratzentest; dort ist 90 × 200 cm das vorherrschende Standardmaß. Das ist jedoch keine Vorgabe, genau mit dem Schuleintritt zu wechseln.[2][3] Wer sich die Maße an konkreten Modellbezeichnungen ansehen möchte, kann das Kinderbett Hausbett „Kay“ 80×160 Kiefer massiv und das Bodenbett Einzelbett „Mio“ 90×200 Kiefer Massiv als Größenbeispiele betrachten. Aus dem Produktnamen allein ergibt sich keine Altersfreigabe. Mehr zur Altersfrage bietet die Orientierung zu 90 × 200 cm.
90, 120 oder 140 cm Bettbreite?
Wird ein Kinderbett mit 200 cm Länge betrachtet, unterscheidet sich die verfügbare Fläche vor allem durch die Breite: 90 × 200 cm braucht weniger Raum als 120 × 200 cm; 140 × 200 cm ist noch einmal breiter. Bei gleicher Länge bietet eine größere Breite allerdings keine zusätzliche Längenreserve für das Wachstum. Ob mehr Liegebreite sinnvoll ist, hängt von den Platzwünschen und der tatsächlichen Nutzung ab. Die breitere Variante ist nicht automatisch sicherer oder entwicklungsfördernder.[3][6]
120 × 200 cm bietet gegenüber 90 × 200 cm 30 cm mehr Breite; 140 × 200 cm ist wiederum 20 cm breiter als 120 × 200 cm. Das kann beim Vorlesen oder bei der Einschlafbegleitung eine Rolle spielen, wenn sich ein Elternteil mit auf die Liegefläche legt. Für eine solche Nutzung muss die Herstellerangabe zur zulässigen Belastbarkeit passen. Gleichzeitig sollte im Kinderzimmer ausreichend freie Fläche bleiben, denn es wird häufig sowohl zum Schlafen als auch zum Spielen genutzt.[6] Als unverbindliches Beispiel für ein breiteres Maß ist das Einzelbett mit Rausfallschutz „Bennet“ 120×200 Kiefer massiv aufgeführt. Für den direkten Breitenvergleich eignet sich auch die Gegenüberstellung von 120 × 200 und 140 × 200 cm.
Wann der Wechsel vom Gitterbett sinnvoll wird
Ein Kinderbett muss nicht allein deshalb ersetzt werden, weil ein bestimmtes Alter erreicht ist. Bei einem geschlossenen Gitterbett zählt neben der Liegelänge besonders, wie mobil das Kind geworden ist. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder (BAG) empfiehlt, das Gitter in einer dafür vorgesehenen Weise abzunehmen oder auf ein größeres geeignetes Bett zu wechseln, wenn das Kind versucht, selbstständig aus dem Gitterbett herauszukommen.[7] Ein nicht vorgesehener Umbau sollte dagegen unterbleiben. Bei mitwachsenden Modellen sind nur die vom Hersteller vorgesehenen Umbauvarianten maßgeblich.[1]
Ein niedriges, offen zugängliches Junior- oder Bodenbett kann für ein ausreichend mobiles Kleinkind infrage kommen, sofern der Ein- und Ausstieg sicher möglich ist. Weil das Kind den Schlafplatz selbstständig verlassen kann, ist auch das erreichbare Zimmer entsprechend abzusichern. Das BIÖG nennt für das zweite und dritte Lebensjahr unter anderem gesicherte Steckdosen, außer Reichweite verlegte Kabel und befestigte kippgefährdete Möbel.[8] Die Entscheidung betrifft somit nicht nur die neuen Zentimeter, sondern auch die Nutzung des Bettes im Alltag. Eine ausführlichere Einordnung findest du unter ab wann ein offenes Bett statt des Gitterbetts passt.
Checkliste für die passende Kinderbettgröße
Bevor ein Kinderbett mit anderen Maßen gewählt wird, hilft eine kurze Prüfung des vorhandenen Schlafplatzes. Miss nicht nur die gewünschte neue Liegefläche, sondern betrachte zunächst, wie dein Kind die bisherige tatsächlich nutzt. Die folgenden Fragen fassen die in den Fachinformationen genannten Gesichtspunkte zusammen; sie sind keine zusätzliche starre Altersregel.[1][3]
- Liegelänge: Sind Kopf und Füße nach der Faustregel von Stiftung Warentest jeweils weniger als 10 cm vom Matratzenrand entfernt?[3]
- Passform: Passen Matratze und Bett ohne gefährliche Zwischenräume zueinander?[2]
- Nutzung: Kann das Kind den vorgesehenen Schlafplatz entsprechend seiner motorischen Entwicklung sicher nutzen?[7][8]
- Raum und Belastung: Bleibt ausreichend Platz im Zimmer, und passen die Herstellerangaben zur geplanten Nutzung?[6]
Welcher Lattenrost für Kinderbett? Auch die Unterlage gehört zur Größenprüfung: Latten- oder Rollrost müssen zur vorgesehenen Bettkonstruktion und Matratze passen. Bei bodennahen Betten ist zudem eine gute Belüftung der Matratze von unten wichtig, damit aufgenommene Feuchtigkeit entweichen kann.[9] Näheres erklärt die Auswahlhilfe welcher Lattenrost zum Kinderbett passt.
Welches Kinderbett ab welchem Alter? Hinter dieser häufigen Frage stehen mehrere Entscheidungen: Liegefläche, Zugänglichkeit und Entwicklung des Kindes. Altersspannen können orientieren, aber die tatsächliche Körpergröße und die sichere Nutzung des konkreten Bettes bleiben ausschlaggebend. Gerade zwischen Gitterbett, niedrigem Juniorbett und größerem Einzelbett ist deshalb eine Prüfung im Einzelfall sinnvoller als eine feste Alterstabelle.[1][7]
FAQ
1. Wo sollte das Kinderbett im Kinderzimmer stehen?
Es sollte nicht so vor einem Fenster stehen, dass es als Kletterhilfe dienen kann. Der erreichbare Raum sollte altersgerecht abgesichert sein.[8]
2. Ist ein Kinderbett wie ein Haus für jedes Alter geeignet?
3. Ab wann kann ein Kinderbett ohne Rausfallschutz genutzt werden?
Ein allgemeines Wechselalter gibt es nicht. Ausschlaggebend sind Schlafverhalten, motorische Sicherheit, Liegehöhe und Bettkonstruktion; separate Bettgitter müssen zu Bett und Matratze passen.[10]
Fazit
Ein Kinderbett soll dem Kind einen zur Körpergröße und Entwicklung passenden Schlafplatz bieten.[1] Zwischen 60 × 120 cm, 70 × 140 cm und größeren Liegeflächen entscheidet deshalb nicht allein das Alter, sondern die verfügbare Liegefläche und die sichere Nutzung.[2][3] Als nächsten Schritt kannst du die aktuelle Liegefläche prüfen und die Herstellerangaben mit dem tatsächlichen Bedarf vergleichen. So lässt sich ohne Eile Orientierung bei passenden Modellen finden.
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: „Ein sicherer Schlafplatz fürs Baby“, Stand 10.01.2025. (Link)
- Stiftung Warentest: „Kindermatratzen im Test – Hier schlafen die Kleinen sicher“, Stand 26.09.2024. (Link)
- Stiftung Warentest: „Matratzen im Test – Erholsam schlafen auf Schaumstoff, Latex und Federkern“, Stand 01.09.2025. (Link)
- DIN-Verbraucherrat: „Etagenbetten und Hochbetten: Neuveröffentlichung zweier Normen“, 24.06.2024. (Link)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: „Schlafempfehlungen für das 1. Lebensjahr“, Stand 18.11.2025. (Link)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: „Ein sicheres eigenes Reich: das Kinderzimmer“, Stand 05.01.2025. (Link)
- Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.: „Babybett, Kinderbett – Tipps für Kauf und Nutzung“, letzte Änderung 20.06.2024. (Link)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: „Sicherheitsregeln für das 2. und 3. Lebensjahr“, Stand 21.09.2024. (Link)
- Stiftung Warentest: „Matratzen im Test – So pflegen Sie Ihre Matratze richtig“, Stand 01.09.2025. (Link)
- Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.: „Bettgitter – Tipps zu Kauf und Nutzung“, letzte Änderung 20.06.2024. (Link)














