Wie nutzt man den Platz unter dem Hochbett?

Der Platz unter einem Hochbett kann je nach Höhe und Konstruktion als Stauraum, Arbeitsplatz oder Kuschel- und Rückzugsbereich genutzt werden; auch Spiel- und Lesebereiche sind möglich. Dadurch entsteht keine zusätzliche Raumfläche, die vorhandene Grundfläche kann jedoch für mehrere Funktionen genutzt werden. Leiter und Aufstiegsbereich sollten frei bleiben.[1][2]

Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Orientierung. Fachliche Angaben beruhen auf den im Quellenabschnitt genannten Referenzen. Für ein konkretes Hochbett sind zusätzlich die jeweiligen Herstellerangaben zu beachten.

Den Platz unter dem Hochbett nach der verfügbaren Höhe planen

Bei einem Hochbett entscheidet die lichte Höhe unter der Liegefläche wesentlich darüber, welche Nutzung möglich ist. Unter einem niedrigeren oder halbhohen Modell kann beispielsweise ein bodennaher Spiel-, Lese- oder Aufbewahrungsbereich entstehen. Ein ausreichend hoher Hochschläfer kann dagegen auch Raum für einen Arbeitsplatz bieten. Das Hochbett vergrößert die bauliche Grundfläche des Zimmers nicht. Sein räumlicher Vorteil entsteht vielmehr dadurch, dass Schlafplatz und eine weitere Nutzung übereinander angeordnet werden können.[1][2] Ergänzend erklärt der Ratgeber zum platzsparenden Hochbett im Kinderzimmer, wie die vorhandene Fläche durch diese vertikale Anordnung genutzt werden kann.

Vor der Einrichtung hilft deshalb eine einfache Frage: Soll der Bereich hauptsächlich zum Spielen, Lesen, Lernen oder Aufbewahren dienen? Eine klare Hauptfunktion kann verhindern, dass der Bereich unter dem Bett so vollgestellt wird, dass die Nutzung oder der Zugang unpraktisch wird.

Spiel-, Lese- und Rückzugsbereich einrichten

Unter einem Hochbett kann je nach Höhe eine niedrige Spiel- oder Kuschelzone entstehen. Die im Quellenmaterial beschriebenen Gestaltungsmöglichkeiten umfassen beispielsweise einen Teppich beziehungsweise eine Spielmatte, niedrige Aufbewahrung, Bücher und bodennahe Sitzmöglichkeiten. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder nennt den Bereich unter einem Hochbett ausdrücklich als möglichen Stauraum, Arbeitsplatz oder Kuschelhöhle.[2] Bei einem niedrigen Hochbett eignet sich der Bereich eher zum Sitzen oder Spielen am Boden als zum aufrechten Bewegen.

Wichtig ist, Stolperstellen zu vermeiden. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, Spielsachen nach der Nutzung vom Boden wegzuräumen. Standregale sollten an der Wand verankert werden, weil sie von Kindern zum Klettern genutzt werden können.[1] Sitzkissen, Bücher oder Boxen sollten zudem nicht unmittelbar im Bereich der Leiter liegen.

Stauraum unter dem Hochbett nutzen

Ein Hochbett kann vorhandene Grundfläche auch für Aufbewahrung nutzbar machen. Unter der Liegefläche können je nach Höhe und Konstruktion beispielsweise Boxen, Schubladen oder niedrige Regale Platz finden. Die BAG nennt Stauraum ausdrücklich als eine mögliche Nutzung des Bereichs unter dem Bett.[2] Kippgefährdete Standregale sollten sicher an der Wand befestigt werden.[1]

Dabei sollte der Stauraum nicht so angeordnet werden, dass Leiter oder Treppe blockiert werden. Praktisch ist eine Aufteilung, bei der häufig benötigte Dinge erreichbar bleiben und gleichzeitig der unmittelbare Aufstiegsbereich frei ist. Gerade in einem kleinen Zimmer lohnt es sich deshalb, nicht nur die Liegefläche, sondern auch die Außenmaße des vollständigen Bettes und die geplante Nutzung darunter zu betrachten. Weitere Orientierung bietet der Beitrag zum Hochbett für ein kleines Kinderzimmer.

Schreibtisch und Lernplatz unter dem Hochbett

Unter einem ausreichend hohen Hochbett kann ein Arbeitsplatz eingerichtet werden. Dabei reicht es nicht aus, dass Tisch und Stuhl lediglich unter die Liegefläche passen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung empfiehlt für einen an die Körpergröße angepassten Arbeitsplatz, dass die Füße fest auf dem Boden stehen und Beine sowie Ellenbogen ungefähr rechte Winkel bilden. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch kann die Anpassung an das Wachstum erleichtern.[3]

Bei einem niedrigen Hochbett kann die verfügbare Höhe dagegen für einen dauerhaft nutzbaren Arbeitsplatz nicht ausreichen. Entscheidend sind deshalb die tatsächlichen Maße des Bettes und des vorgesehenen Arbeitsplatzes. Eine gezielte Kombination aus Bett und Arbeitsplatz wird im Beitrag Schreibtisch-Bett-Kombination näher eingeordnet. Ein Beispiel aus der vorgegebenen Produktliste ist das Hochbett mit Schreibtisch „Felix“ 90×200 Kiefer massiv.

Leiter und unmittelbaren Aufstiegsbereich freihalten

Die Nutzung unter einem Hochbett darf den vorgesehenen Zugang zum erhöhten Schlafplatz nicht beeinträchtigen. Das BIÖG empfiehlt für Hochbetten eine Leiter, die fest mit dem Bett verbunden, standfest und rutschfest ist und möglichst einen Handlauf besitzt.[1] Die BIÖG-Checkliste Hochbett nennt zusätzlich 20 bis 30 cm Abstand zwischen den Leiterstufen, mindestens 30 cm nutzbare Auftrittbreite und mindestens 9 cm Stufentiefe.[4]

Boxen, Sitzkissen, Spielzeug oder Möbel sollten deshalb nicht unmittelbar vor der Leiter stehen. Stromkabel sollten ebenfalls außerhalb der Reichweite von Kindern verlegt werden.[1] Die BAG warnt außerdem davor, Kordeln, Gurte oder Seile am Hochbett zum Klettern, Schaukeln oder Dekorieren zu befestigen, weil Kinder sich darin verwickeln und strangulieren können.[2]

Sicherheitsrahmen des Hochbetts beachten

Für Hochbett– und Etagenbettkonstruktionen innerhalb des entsprechenden Anwendungsbereichs gelten DIN EN 747-1:2024-07 und DIN EN 747-2:2024-07. DIN EN 747-1 betrifft Anforderungen an Sicherheit, Festigkeit und Dauerhaltbarkeit, während DIN EN 747-2 die Prüfverfahren beschreibt.[5][6] Der genannte Anwendungsbereich umfasst Betten mit einer Innenlänge von mehr als 1.400 mm, einer Bettbodenbreite von höchstens 1.200 mm und mindestens einer Bettbodenoberseite von 600 mm oder mehr über der Stellfläche.[5]

Der erhöhte Schlafplatz ist für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet. Der DIN-Verbraucherrat weist ausdrücklich darauf hin, dass Kinder unter sechs Jahren dort weder schlafen noch spielen sollen.[7] Das BIÖG empfiehlt Hochbetten ebenfalls frühestens ab etwa sechs Jahren und weist darauf hin, dass auch bei älteren Kindern weiterhin schwere Sturzunfälle möglich sind.[1] Weitere Orientierung zur Altersfrage bietet Ab wann ist ein Hochbett geeignet?.

Vier häufige Hochbett-Kombinationen einordnen

Hochbett mit Schreibtisch

Ein hochbett mit schreibtisch verbindet Schlafplatz und Arbeitsplatz auf derselben Grundfläche. Für die Planung ist neben ausreichender Höhe unter der Liegefläche wichtig, dass Tisch und Stuhl an die Körpergröße angepasst werden können. Die DGUV nennt dafür festen Bodenkontakt der Füße und ungefähr rechte Winkel an Beinen und Ellenbogen als Orientierung.[3]

Hochbett mit Rutsche

Ein hochbett mit rutsche benötigt neben der Bettfläche zusätzlichen Raum für die Rutsche. Das im Quellenmaterial geprüfte TiCAA-Modell Tino wird mit etwa 98 cm Bettbreite und 183 cm Gesamtbreite mit Rutsche angegeben.[8] Dieses Beispiel zeigt, warum bei der Raumplanung die vollständigen Außenmaße und nicht nur die Liegefläche betrachtet werden sollten. Ein entsprechendes Beispiel aus der Produktliste ist das Hochbett mit Rutsche „Tino“ 90×200 Buche massiv Natur.

Hochbett Erwachsene

Beim Suchbegriff hochbett erwachsene lässt sich keine allgemeine Belastbarkeit für jedes Hochbett angeben. Das Quellenmaterial hält ausdrücklich fest, dass die zulässige Belastung für das konkrete Modell anhand der Herstellerangaben geprüft werden muss. Beim TiCAA Hochbett Malte 90 × 200 cm nennt der Hersteller beispielsweise eine maximale Belastbarkeit der Liegefläche von 75 kg; beim geprüften Tino werden 90 kg für das Bett genannt.[8][9] Daraus darf keine allgemeine Belastungsgrenze für andere Hochbetten abgeleitet werden.

Hochbett mit Schrank

Ein hochbett mit schrank nutzt den Raum unter der erhöhten Liegefläche für Aufbewahrung. Fachlich entscheidend ist weniger die Bezeichnung des Möbelstücks als die sichere Anordnung: Kippgefährdete Möbel sollten befestigt werden und der Zugang zur Leiter muss frei bleiben.[1] Die BAG bestätigt Stauraum als mögliche Nutzung des Bereichs unter einem Hochbett.[2]

Checkliste für die Nutzung unter dem Hochbett

Bevor der Bereich unter einem Hochbett eingerichtet wird, kann eine kurze Prüfung helfen. Gerade in kleineren Kinderzimmern ist es verständlich, möglichst viele Funktionen auf begrenzter Fläche unterzubringen. Gleichzeitig sollte die zusätzliche Nutzung die Sicherheit und Zugänglichkeit des Bettes nicht beeinträchtigen.

  • Höhe prüfen: Passt die geplante Nutzung tatsächlich zur verfügbaren Höhe unter der Liegefläche?
  • Aufstieg freihalten: Möbel, Boxen und Spielzeug nicht vor Leiter oder Treppe platzieren.[1]
  • Standregale sichern: Kippgefährdete Regale an der Wand befestigen.[1]
  • Stolperstellen vermeiden: Spielzeug nach der Nutzung vom Boden entfernen.[1]
  • Kabel sicher führen: Stromkabel außerhalb der Reichweite von Kindern verlegen.[1]
  • Keine Kordeln oder Seile befestigen: Die BAG warnt vor Verwicklungs- und Strangulationsgefahren.[2]

Wer vor allem eine flexible Nutzung des unteren Bereichs sucht, kann auch ein Hochbett ohne fest eingebauten Arbeitsplatz betrachten. Ein Beispiel aus der vorgegebenen Auswahl ist das Hochbett „Malte“ 90×200 Kiefer massiv.

FAQ

1. Welches Hochbett passt unter eine Dachschräge?

Relevant sind die tatsächliche Raumgeometrie, Gesamthöhe des Bettes, Matratzenoberfläche, Kopffreiheit sowie ein freier Ein- und Ausstieg. Eine allgemeingültige Mindestdistanz zwischen Matratze und Dachschräge lässt sich aus den zugrunde liegenden Fachinformationen nicht ableiten. Ergänzend: Welches Hochbett passt unter eine Dachschräge?

2. Ab wann ist ein Hochbett für Kinder geeignet?

Der erhöhte Schlafplatz ist für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet. Das BIÖG empfiehlt Hochbetten ebenfalls frühestens ab etwa sechs Jahren und weist auch für ältere Kinder auf fortbestehende Sturzrisiken hin.[1][7]

3. Welcher Lattenrost eignet sich fürs Hochbett?

Die BIÖG-Checkliste nennt als Sicherheitskriterium, dass der Lattenrost fest im Rahmen des Bettbodens liegt.[4] Welche konkrete Rostkonstruktion für ein bestimmtes Modell vorgesehen ist, sollte den Angaben des jeweiligen Herstellers entnommen werden.

4. Was ist der Unterschied zwischen Etagenbett und Hochbett?

Beim Hochbett befindet sich unter der erhöhten Liegefläche nicht zwingend ein zweiter Schlafplatz. Ein Etagenbett besitzt dagegen mindestens zwei übereinander angeordnete Schlafplätze. Mehr dazu: Unterschied zwischen Etagenbett und Hochbett.

5. Hochbett, stabil auch für Eltern?

Eine allgemeine Belastbarkeit für alle Hochbetten lässt sich nicht angeben. Entscheidend ist die Belastungsangabe des Herstellers für das konkrete Modell. Im Quellenmaterial unterscheiden sich bereits die geprüften TiCAA-Beispiele: Für Malte werden 75 kg, für Tino 90 kg maximale Belastbarkeit des Bettes beziehungsweise der Liegefläche genannt.[8][9]

Fazit

Der Bereich unter einem Hochbett kann je nach Höhe und Konstruktion als Stauraum, Arbeitsplatz oder Kuschel- beziehungsweise Rückzugsbereich genutzt werden; auch bodennahe Spiel- und Lesebereiche sind möglich.[1][2] Der praktische Vorteil liegt darin, Schlafplatz und weitere Funktionen auf derselben Grundfläche anzuordnen, ohne dass dadurch zusätzliche bauliche Raumfläche entsteht. Wichtig bleiben ein freier Aufstieg, gesicherte Möbel und eine Nutzung, die zur tatsächlich verfügbaren Höhe passt. Als nächsten Schritt können die Maße des Kinderzimmers und des gewünschten Bettes miteinander verglichen und passende Modelle angesehen werden.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: „Ein sicheres eigenes Reich: das Kinderzimmer“, Stand 05.01.2025. Link
  2. Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. (BAG): „Etagenbett, Hochbett – Tipps zu Kauf und Nutzung“, letzte Änderung 20.06.2024. Link
  3. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): „Mit der richtigen Ausstattung ins neue Schuljahr starten“, 24.06.2021. Link
  4. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): „Checkliste Hochbett“, Stand Juli 2025. Link
  5. DIN Media: DIN EN 747-1:2024-07 – Möbel – Etagenbetten und Hochbetten – Teil 1: Anforderungen an die Sicherheit, Festigkeit und Dauerhaltbarkeit. Link
  6. DIN Media: DIN EN 747-2:2024-07 – Möbel – Etagenbetten und Hochbetten – Teil 2: Prüfverfahren. Link
  7. DIN-Verbraucherrat: „Etagenbetten und Hochbetten: Neuveröffentlichung zweier Normen“, 24.06.2024.
  8. TiCAA: Hochbett mit Rutsche „Tino“ 90 × 200 cm Buche massiv Natur, Herstellerangaben im Quellenmaterial, geprüft am 30.09.2026. Link
  9. TiCAA: Hochbett „Malte“ 90 × 200 cm Kiefer massiv, Herstellerangaben im Quellenmaterial, geprüft am 30.09.2026. Link

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Bild von TiCAA Redaktion

TiCAA Redaktion

Die TiCAA Redaktion veröffentlicht fundierte Ratgeber zu Kinderbetten, Kinderzimmern und Schlafumgebung auf Deutschlandbett.de. Deutschland-Bett verantwortet die Recherche, Quellenprüfung und Aktualisierung der Inhalte.