Der obere beziehungsweise erhöhte Schlafplatz eines Etagenbetts ist für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet. Ab etwa sechs Jahren kann er grundsätzlich infrage kommen; der sechste Geburtstag allein bedeutet jedoch keine automatische Eignung. Zusätzlich sollten Entwicklungsstand, motorische Sicherheit, Verhalten des Kindes und die Herstellerangaben des konkreten Bettes berücksichtigt werden.[1][2]
Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen redaktionellen Information und Orientierung. Maßgeblich für ein konkretes Bett sind die jeweils geltenden Sicherheitsanforderungen und Herstellerangaben.
Warum ist der sechste Geburtstag nicht das einzige Kriterium?
Ein Etagenbett sollte beim oberen Schlafplatz nicht allein nach dem Geburtsdatum beurteilt werden. Der DIN-Verbraucherrat bestätigt zur DIN EN 747-1:2024-07, dass der erhöhte Schlafplatz für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet ist. Auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt erhöhte Schlafplätze frühestens ab etwa sechs Jahren und weist zugleich darauf hin, dass auch bei älteren Kindern weiterhin schwere Sturzunfälle möglich sind.[1][2] Deshalb bleibt die individuelle Entwicklung wichtig. Berücksichtigt werden sollten insbesondere motorische Fähigkeiten beziehungsweise motorische Sicherheit, Entwicklungsstand, Verhalten sowie die Herstellerangaben des konkreten Bettes. Ein Kind kann also das entsprechende Alter erreicht haben, ohne dass daraus automatisch folgt, dass es den oberen Schlafplatz sicher nutzen kann. Für Eltern ist die Altersgrenze deshalb ein erster Orientierungswert, der zusammen mit der tatsächlichen Entwicklung des Kindes betrachtet werden sollte.
Was gilt bei jüngeren Geschwistern?
Bei einem Etagenbett mit unterschiedlich alten Geschwistern betrifft die Altersgrenze vor allem den oberen Schlafplatz. Daraus folgt nicht automatisch, dass ein jüngeres Kind die untere Liegefläche grundsätzlich nicht nutzen kann. Ob dies beim konkreten Bett vorgesehen und geeignet ist, hängt von der Konstruktion, den Herstellerangaben und davon ab, ob der Zugang zum oberen Schlafplatz zuverlässig verhindert werden kann. Das BIÖG empfiehlt bei unterschiedlich alten Geschwistern, das ältere Kind oben schlafen zu lassen. Solange das jüngere Kind für den oberen Schlafplatz noch nicht geeignet ist, sollte verhindert werden, dass es selbstständig hinaufklettert. Bei dafür geeigneten Konstruktionen nennt das BIÖG beispielsweise eine tagsüber abnehmbare Leiter als mögliche Maßnahme.[2] Diese Unterscheidung ist besonders wichtig, weil sich die Altersangabe nicht pauschal auf jede Ebene des Bettes übertragen lässt. Hinweise für Familien mit jüngeren Kindern findest du auch unter Welche Etagenbetten sind am besten für kleine Kinder geeignet?.
Welche Sicherheitsanforderungen spielen eine Rolle?
Für ein Etagenbett innerhalb des entsprechenden Anwendungsbereichs gelten DIN EN 747-1:2024-07 für Anforderungen an Sicherheit, Festigkeit und Dauerhaltbarkeit sowie DIN EN 747-2:2024-07 für die zugehörigen Prüfverfahren. Erfasst werden Betten mit einer Innenlänge von mehr als 1.400 mm, einer Bettbodenbreite von höchstens 1.200 mm und mindestens einem Bettboden, dessen Oberseite 600 mm oder mehr über der Stellfläche liegt.[3][4] Das BIÖG empfiehlt beim Kauf außerdem ein Hoch- oder Etagenbett, das EN 747-1 und EN 747-2 entspricht und ein GS-Zeichen trägt.[2][5] Das GS-Zeichen ist dabei eine zusätzliche Kaufempfehlung des BIÖG und nicht mit der Erfüllung der DIN EN 747 gleichzusetzen. Wer zwischen verschiedenen Bauformen schwankt, kann unter Hochbett oder Etagenbett – was passt besser? die grundlegenden Unterschiede leichter vergleichen.
Absturzsicherung, Matratze und Leiter richtig einordnen
Beim Etagenbett gehören Absturzsicherung, Matratzenhöhe und Zugang zum oberen Schlafplatz zusammen. Die BIÖG-Checkliste Hochbett, Stand Juli 2025, nennt mindestens 26 cm von der Oberseite des Bettbodens bis zur Oberkante der Brüstung sowie mindestens 16 cm von der Matratzenoberfläche bis zur Oberkante der Brüstung.[5] Eine höhere Matratze verringert entsprechend die tatsächlich verbleibende Höhe der Absturzsicherung. Für die Leiter empfiehlt das BIÖG eine feste Verbindung mit dem Bett sowie eine stand- und rutschfeste Ausführung; möglichst soll ein Handlauf vorhanden sein. Die Checkliste nennt zusätzlich einen Abstand von 20 bis 30 cm zwischen den Leiterstufen, mindestens 30 cm nutzbare Auftrittbreite und mindestens 9 cm Stufentiefe.[2][5] Kordeln, Gurte oder Seile sollten nicht zum Klettern oder Schaukeln am Bett befestigt werden, da die BAG vor Verwicklungs- und Strangulationsgefahren warnt.[6]
Was ist bei besonderen Etagenbett-Varianten wichtig?
Ein Etagenbett kann je nach Modell unterschiedliche Funktionen oder Gestaltungsmerkmale haben. Bei einem Etagenbett für Erwachsene oder einer gelegentlichen Nutzung durch Erwachsene lässt sich aus den öffentlich zugänglichen Angaben zur DIN EN 747 keine allgemeine maximale Belastbarkeit in Kilogramm für jedes Modell ableiten. Entscheidend bleiben deshalb die Herstellerangaben und die Belastbarkeit des konkreten Bettes.[3][4] Wer verschiedene klassische Modelle vergleichen möchte, kann beispielsweise das Etagenbett „Rene“ Kiefer massiv ansehen. Der Produktlink dient dabei nur der Orientierung und nicht als fachliche Quelle.
Bei einem Etagenbett mit Rutsche bleibt für den oberen beziehungsweise erhöhten Schlafplatz dieselbe Altersgrenze maßgeblich. Eine zusätzliche Rutsche verändert nicht die Aussage, dass dieser Schlafplatz für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet ist.[1] Auch bei spielerischen Elementen sollten keine Kordeln, Gurte oder Seile zum Klettern oder Schaukeln am Bett befestigt werden, da die BAG ausdrücklich vor der Gefahr des Verfangens und der Strangulation warnt.[6]
Ein Etagenbett für zwei Kinder kann Schlafplätze übereinander anordnen und dadurch gegenüber zwei separat aufgestellten Betten mehr Bodenfläche für andere Nutzungen frei lassen. Das BIÖG nennt zusätzlichen Bewegungsraum ausdrücklich als einen Grund, weshalb Familien Hoch- oder Etagenbetten in Betracht ziehen.[2] Bei einem Altersunterschied zwischen Geschwistern soll das ältere Kind oben schlafen, solange das jüngere Kind noch nicht für den oberen Schlafplatz geeignet ist.[2] Als weiteres Modellbeispiel aus der vorgegebenen Produktliste kann das Etagenbett „Marcel“ 90×200 Kiefer massiv weiß betrachtet werden.
Wie lässt sich die Eignung im Alltag prüfen?
Ein Etagenbett lässt sich leichter beurteilen, wenn Eltern die wichtigsten Punkte nacheinander betrachten. Zuerst steht die Altersgrenze für den oberen Schlafplatz. Danach geht es um die individuelle Entwicklung: Kann das Kind sicher auf- und absteigen, verhält es sich auf der erhöhten Liegefläche entsprechend sicher und passen Entwicklungsstand sowie motorische Fähigkeiten zur Nutzung? Hinzu kommen die Herstellerangaben des konkreten Modells.[1][2] Bei Geschwistern sollte zusätzlich geklärt werden, wie verhindert wird, dass ein noch zu junges Kind den oberen Schlafplatz erreicht. Für das Bett selbst empfiehlt das BIÖG EN-747-Konformität sowie ein GS-Zeichen; bei der Nutzung sind außerdem die vorgesehene Matratzenhöhe, Absturzsicherung und ein sicherer Zugang relevant.[2][5] So wird aus einer allgemeinen Altersfrage eine überschaubare Prüfung des konkreten Kinderbetts. Weitere Materialhinweise findest du unter Ist ein Etagenbett aus Massivholz die richtige Wahl?.
FAQ
1. Hochbett oder Etagenbett – was passt besser?
Ein Etagenbett passt eher, wenn zwei Schlafplätze übereinander benötigt werden. Beim Hochbett befindet sich unter der erhöhten Liegefläche normalerweise kein zweiter Schlafplatz; der Bereich kann je nach Konstruktion beispielsweise zum Spielen, Verstauen oder Arbeiten genutzt werden.[2]
2. Ist ein Etagenbett aus Massivholz die richtige Wahl?
3. Welche Etagenbetten sind für kleine Kinder geeignet?
4. Was ist der Unterschied zwischen Etagenbett und Hochbett?
Beim Etagenbett werden zwei oder mehr Schlafplätze übereinander angeordnet. Beim Hochbett wird der Bereich unter der erhöhten Liegefläche normalerweise nicht als zweiter Schlafplatz genutzt und kann je nach Konstruktion andere Funktionen übernehmen.[2]
Fazit
Ein Etagenbett kommt für den oberen Schlafplatz frühestens ab etwa sechs Jahren infrage; darüber hinaus bleiben Entwicklung, motorische Sicherheit, Verhalten und Herstellerangaben wichtig.[1][2] Ein Kinderbett sollte zur konkreten Nutzung und zur Situation des Kindes passen, nicht nur zu einer Alterszahl. Bei Geschwistern lohnt es sich zusätzlich, die Aufteilung der Schlafplätze und den Zugang zur oberen Ebene bewusst zu planen. Als nächsten Schritt können Eltern die Angaben des gewünschten Modells prüfen und passende Etagenbett-Lösungen in Ruhe miteinander vergleichen.
Quellen
- DIN-Verbraucherrat: Etagenbetten und Hochbetten: Neuveröffentlichung zweier Normen, 24.06.2024. (Link)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Ein sicheres eigenes Reich: das Kinderzimmer, Stand 05.01.2025. (Link)
- DIN Media: DIN EN 747-1:2024-07 – Möbel – Etagenbetten und Hochbetten – Teil 1: Anforderungen an die Sicherheit, Festigkeit und Dauerhaltbarkeit. (Link)
- DIN Media: DIN EN 747-2:2024-07 – Möbel – Etagenbetten und Hochbetten – Teil 2: Prüfverfahren. (Link)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Checkliste Hochbett, Stand Juli 2025. (Link)
- Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. (BAG): Etagenbett, Hochbett – Tipps zu Kauf und Nutzung, letzte Änderung 20.06.2024. (Link)














